FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 03/07 vom 17.01.2007

In Zeiten des fernsehmäßigen Ödlands darfst du nicht zimperlich sein. Wenn sie uns wieder mal alle schönen Serien nehmen, bekommen auch "OC California" (white trash-Bub therapiert reiche, degenerierte Adoptivfamilie) oder "Veronica Mars" (vom Schicksal gebeuteltes Highschool-Mädel spielt Detektivin und erfoscht Familiengeheimnisse) ihren Charme. Aber jetzt ist es schon wieder passiert - "Gilmore Girls", die jahrelang verachtete Mädchenserie, gehört plötzlich zum Fernsehplan (Vox, Di, 20.15 Uhr). Entstanden aus purer Fadesse, schaue ich nun allen Ernstes der kessen Lorelai und ihrem süßen Töchterl Rory zu, wie sie sich durch ihr White Anglo-Saxon Protestant-Leben in einem putzigen Nest namens Stars Hollow witzeln, alles immer gut gelaunt und harmlos - eigentlich zum Speiben. Wenn die New-England-Idylle mit ihren Alltagssnöten nicht so an daheim in Vorarlberg erinnern würde. Gelangweilte Tanten, die unnötrige Ehefrauenpartys in ihren zugeramschten Häusern geben, genervte Onkels, die sich mit zunehmendem Alter immer größere Limos kaufen. Einziger Unterschied: zu Hause sind sie katholisch.


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