WELT IM ZITAT

Kultur | aus FALTER 03/07 vom 17.01.2007

Watschenwalzer in der Kitzlochklamm

Als dann fürs Erste der Vorrat an Gift und Galle verspritzt war, ging es plötzlich ganz schnell - die rote und die schwarze Staffel wähnten sich auf einer Zielgeraden, nachdem sie sich zuvor nur im Kreis bewegt hatten. Vermutlich hätten sie bald wieder in diesem Watschenwalzer kreiseln wollen; doch ein immer größerer Teil der angeblich so wahlmüden Bürger empfand, ein neuerlicher Urnengang wäre der wahrscheinlich ehrlichste Ausweg aus dem Dilemma, das entsteht, wenn zwei darauf beharren, maximale Ziele bei minimaler Durchsetzungskraft verwirklichen zu wollen. Ein Glaubwürdigkeitsproblem, tief wie die Kitzlochklamm, klaffte vor den beiden widerspenstigen Parteien.

Joachim Riedl in der an sich in deutscher Sprache erscheinenden Wochenzeitung Die Zeit.

Immer nur du

Wie das wohl ist? Du wachst am Morgen auf und bist Ministerin. Es ist Mittwoch, der 10. Jänner 2007. Erstmals stehst du im Sitzungssaal der Österreichischen Lotterien am Rennweg 44 inmitten einer hochkarätigen Menge versammelter SPÖ-Funktionäre. Aufmerksam blickst du vom Saalrand in den achteckigen Raum, doch während die anderen geschäftig miteinander plaudern, bleibst du allein. (...) Dann bittet Norbert Darabos als zweite Rednerin Claudia Schmied, die designierte Ministerin für Bildung, Kunst und Kultur auf die Tribüne. Das bist du.

Profil fühlt sich in Claudia Schmied ein, seit kurzem Ministerin für Bildung, Kunst und Kultur.

Immer nur ich

Wussten Sie, dass ich mit Alfred seit vielen Jahren per Du bin? Das sage ich nicht, um mich jetzt wichtig zu machen, ich bin auch mit Josef Krainer, Colin Powell und Marie Ringler per Du. Das erwähne ich, um den Lebensstil meiner Generation zu erklären. Wir waren eigentlich immer penetrant distanzlos, neigen zur Anarchie und werden deshalb unterschätzt.

Norbert Mayer hängt in der Presse seine unangenehmen Eigenschaften einer ganzen Generation um.


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