Nach dem Untergang

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 03/07 vom 17.01.2007

Helge Schneider gibt den Hitler, und auf einmal stellt sich das deutsche Feuilleton ganz ernsthaft die Frage, ob man über den Führer lachen darf.

"Woher soll ich wissen, warum es Nazis gibt? Ich weiß nicht einmal wie ein Dosenöffner funktioniert."

(Woody Allen, "Hannah and Her Sisters")

Nach allem, was über Dani Levys neuen Film bereits vor seiner Premiere gesagt und geschrieben wurde, gibt es kaum noch einen Grund, ins Kino zu gehen. Man weiß ja schon alles über "Mein Führer", auch ohne ihn selbst gesehen zu haben. Umgekehrt ist eine Debatte, mag sie, wie im vorliegenden Fall, auch noch so vorhersehbar sein, von schlicht unbezahlbarem Wert, um eine breite Öffentlichkeit für "Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" zu interessieren. Sintemal der superlativistische Exzess des Untertitels keine schlechte Replik auf den Authentizitätsfimmel ist, den man heute fast jeder x-beliebig zusammengeschusterten Fernsehdokumentation zu diesem Thema durchgehen lässt.

"Mein Führer"


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