Ohne Ton

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 03/07 vom 17.01.2007

FILM In seinem berührenden Langfilmdebüt "Ich muss dir was sagen" dokumentiert Martin Nguyen Familienalltag zwischen Laut-und Gebärdensprache.

Sich rein visuell, ohne Töne auszudrücken: Was seit der Stummfilmära manchen als Utopie "purer" Filmkunst gilt, ist für Gehörlose Lebensalltag. Es liegt wohl an diesem geteilten Interesse für das Sichtbare, dass Taubstumme und deren Kommunikations(un)möglichkeiten ein beliebtes Filmmotiv sind, wenn auch oft im Rahmen besorgter Mitleidsdramatik.

Im jüngeren österreichischen Kino gab es gleich zwei geglückte Versuche, der Situation Gehörloser gerecht zu werden: Kathrin Resetarits' brillanten Kurzfilm-Kristall "Ägypten" (1997) und nun Martin Nguyens dokumentarische Video-Langzeitbeobachtung "Ich muss dir was sagen". Beide Filme handeln nicht zuletzt von der Expressivität und Schönheit von Gebärdensprache: Den mit Gesicht und Händen ausgeführten Zeichen ist, bei aller Abstraktion und Verdichtung, eine sinnliche Konkretheit zu eigen,


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