SPIELPLAN

Kultur | Bettina Hagen. Wolfgang Kralicek | aus FALTER 03/07 vom 17.01.2007

Das Thema Aids begegnet einem in der Öffentlichkeit fast nur noch in der stylischen Version des jährlichen Life Balls. Einen anderen Zugang bietet Raoul Biltgens 1-Personen-Stück "I will survive" (bis 27.1.) in der Drachengasse. So erzwungen diese Beschäftigung aus nächster Nähe - inklusive sehr expliziter Power-Point-Präsentation - auch erscheint, sie hat am Ende eine fast läuternde Wirkung. Da lebt einer (Werner Landsgesell) auf der Bühne von seinem eigenen Sterben, das sich als ein geborgtes, abgeschautes Schicksal herausstellt, und wandelt sich fast lustvoll vom Selbsthilfegruppen-und Aidsaufklärungsmessias zu einem Märtyrer der wahren Liebe. Die anfängliche und schlussendliche Sexfantasie ist ebenso männerfreundlich wie entbehrlich, doch wenigstens der Held scheint eine Wandlung in Richtung Wahrheit durchzumachen. Spannend wird es, wenn sich kurz vor Schluss der Zynismus überschlägt, die Geschichte abhebt und eine Eigendynamik bekommt. So soll Theater sein zu einem Thema,


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