Der Staub muss immer weg

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 03/07 vom 17.01.2007

MUSIK András Schiff kommt mit seinem viel gelobten Beethovenzyklus endlich nach Wien. Ein Gespräch über Apostelbriefe, das Regietheater und den Unterschied zwischen Steinway und Bösendorfer. András Schiff hat lange gewartet. Gab der prominente Pianist aus Ungarn bei den Klavierwerken Bachs, Schuberts und Mozarts schon früh seinem Hang zur Vollständigkeit nach, so ließ er ausgerechnet den herausragenden Werkkomplex des 19. Jahrhunderts lange Zeit links liegen: Ludwig van Beethovens 32 Klaviersonaten kann man von Schiff erst seit drei Jahren hören. Worauf er so lange gewartet hat? "So ganz konkret - auf nichts. Ich bin einfach ein bisschen älter geworden. Aber ich kam bewusst spät zu Beethoven. Das war für mich als junger Mensch ein verschlossenes Kapitel, ich habe das nicht so gut verstanden und auch nicht so geschätzt, wie ich es heute tue."

Anfang 2004 war es dann soweit. Mit fünfzig Jahren hatte Schiff in der Tonhalle Zürich seinen ersten, auf drei Jahre angelegten Beethovenzyklus


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige