Too Cool to Be Cool

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 03/07 vom 17.01.2007

MUSIK Wenn die schottischen Fratellis mit ihren Glam-Punk-Gassenhauern demnächst nach Wien kommen, reist eine ganze Welt fiktiver Kunstfiguren mit.

Mitte der Neunzigerjahre, als der junge Jon Lawler in Glasgow zur Schule ging, war er alles andere als der Inbegriff der Coolness. "Ich hatte nie die richtigen Schuhe an", sagt er heute, "hatte nie genug Geld für so was". Vor allem aber fiel Jon durch seinen unbelehrbar konservativen Musikgeschmack aus dem Rahmen. Er hörte nur die Platten seines Vaters, insbesondere Dylan und die Beatles. Die bunte Clubwelt der Dance Music wollte ihn partout nicht reizen: "Dadurch hab ich leider auch den ganzen Drogenaspekt davon vollkommen verpasst. Aber mich interessierte das einfach nicht. Ich liebte Musik so sehr, dass mich nichts dazu bringen konnte, diesen Sound gut zu finden."

Auch mit dem damals gerade so aktuellen Britpop wusste er wenig anzufangen: "Alle meine Freunde hörten Oasis und Blur, aber dafür war ich damals ein bisschen zu eingebildet.


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