Fühlbare Finsternis

Stadtleben | Martina Stemmer | aus FALTER 03/07 vom 17.01.2007

BLINDE Der "Dialog im Dunkeln" macht erlebbar, wie sich Blinde in der Stadt zurechtfinden. Jetzt haben sich die Macher zwei neue Angebote ausgedacht.

Die ersten paar Minuten sind die schlimmsten. In der einen Hand hält man den Stock und fuchtelt damit vor sich herum, mit der anderen krallt man sich den erstbesten Rockzipfel - und hofft dabei, dass man den Guide erwischt hat. Manche Besucher fürchten sich sogar so sehr, dass sie sofort wieder rausgehen. Hat man das mulmige Gefühl, das die völlige Finsternis im ersten Moment auslöst, aber erst einmal überstanden, ist der "Dialog im Dunkeln" eine nicht unspannende Erfahrung: Auf dem Erlebnisparcours in der Stadthalle sind die Besucher völlig auf den blinden Begleiter angewiesen. Beziehungsweise auf den eigenen Tast-, Hör-und Geruchssinn. Sich im Stockfinsteren durch einen Natur-und einen Stadtbereich bewegend, bekommen Sehende eine Ahnung davon, wie Blinde ihre Umwelt erleben. Nach und nach wird man richtig mutig, hämmert nicht mehr


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