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Steiermark Politik | aus FALTER 04/07 vom 24.01.2007

JENSEITS Letzte Woche trudelte in den steirischen Redaktionen ein Brief mit FPÖ-Briefkopf ein. Darin teilte der steirische FP-Obmann Gerhard Kurzmann mit, er habe das Straßenschild in der Kernstockgasse abmontiert. Er wolle nicht, dass der Name Ottokar Kernstocks - seines Zeichens Texter des Hakenkreuzliedes - in Gries hänge, einem "Viertel, in dem es praktisch keine Grazer deutscher Zunge mehr gibt". Der Brief war natürlich eine Fälschung, wie durch einen kurzen Anruf in der FPÖ-Zentrale zu ermitteln war. Eine Mühe, die sich die lokale Styria-Gratispostille "Graz im Bild" freilich nicht machte, sie schrieb ihren Artikel unter dem Titel "FPÖ-Lob für Nazi", ohne die Informationen nachzuprüfen. Die FPÖ hat nun das gefälschte Schreiben ihrem Anwalt übergeben, von "Graz im Bild" will Kurzmann eine Gegendarstellung verlangen.

DANEBEN Sissi Potzinger, Grazer ÖVP-Gemeinderätin und Obfrau des steirischen Familienverbandes, gewährte dem Land wieder einmal tiefe Einblicke in ihr verzopftes Weltbild. Sie kritisierte ihre Parteikollegin, Familienministerin Andrea Kdolsky, als "völlig inkompetent" und sah ihre Bestellung als "verheerendes Signal". Aussagen der Neoministerin, wie "Wenn ich einen Abend in einem Nobellokal genießen will, kann mir ein schreiendes Kind einiges vermiesen", hatten Potzinger dazu veranlasst. Im Nachhinein kam heraus, warum sich Frau Potzinger so ereiferte: Sie hatte zuvor massiv, aber erfolglos versucht, sich selbst für einen Regierungsposten ins Spiel zu bringen.


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