Kommentar

Agnes Hussleins Belvertina

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 04/07 vom 24.01.2007

Die neue Direktorin der Österreichischen Galerie Belvedere, Agnes Husslein (siehe Seite 56), hat in den letzten Jahren einige Prügel einstecken müssen. In einer Zeit, in der selbst ÖVP-Kunststaatssekretär Franz Morak bei Auftritten ausgepfiffen wurde, galt ihr Umgang mit den Freiheitlichen Jörg Haiders als Tabubruch. Während ihrer Tätigkeit in Salzburg drangen immer wieder üble Geschichten über ihren Umgang mit Mitarbeitern an die Öffentlichkeit. Und ihre Schickimicki-Dauerpräsenz sicherte ihr stets einen Platz unter den "Best of Böse".

So penetrant die Selbstinszenierung dieser Frau auch sein mag, ihr "Temperament" allein reicht zur Erklärung ihres Aufstiegs nicht aus, auch wenn sie manche männliche Zeitgenossen darauf reduzieren möchten. Vielmehr symbolisiert Husslein einen über Österreich hinausgehenden Strukturwandel des Kunstbetriebs. Der begann im Auktionsgeschäft, das vom muffigen Altwarenhandel zum Milliardenbusiness heranwuchs. Husslein erkannte frühzeitig, dass


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