"A Prairie Home Companion"

Abschied vom Showbiz

Kultur | aus FALTER 04/07 vom 24.01.2007

A Prairie Home Companion", so nannte sich eine in die Jahre gekommene Radiosendung, für die sich bis vor kurzem die Stars der Seventies-Folk-und Countryszene ein Stelldichein in einem alten Varietétheater gaben. Nach dem Drehbuch des realen Showgründers Garrison Keillor montierte Altman die Ereignisse der letzten Liveübertragung dieser Show als parallele Mikrobegegnungen vor, auf und hinter der Bühne. Das Herz des Ensembles bilden dabei Meryl Streep und Lily Tomlin als singendes Schwesternpaar, das sich vor dem Mikrofon frohgemut und herzlich gibt. Und das sich im Ankleideraum als - wer hätte es gedacht? - als beinahe ebenso frohgemut und herzlich erweist.

Nichts wäre leichter gewesen als diese Leute, die in einer Kuhstalldeko Banjo und Fiedel spielen, zu denunzieren. Zu zeigen, wie Woody Harrelson und John C. Reilly - die in speckigen Stetsons als Cowboys auftreten - hinter der Bühne fluchen, koksen, sich gegenseitig hassen, nach dreißig Jahren demonstrierter Heiterkeit. Doch nichts dergleichen: Mit wehmütiger Sympathie porträtiert Altman den Niedergang eines Familienbetriebs, der mit den Großanbietern am Markt nicht mehr mithalten kann. Zeigt Solidarität und gegenseitige Achtung und schließlich den metaphorischen Abriss der Bühne, auf der solche Werte nicht länger Platz haben. "A Prairie Home Companion" ergänzt die großen Showbiz-Satiren "The Player" und "Nashville" um eine weitere, ebenbürtige Folge zur Trilogie.

Ab 26.1. im Filmcasino (OmU). Sondervorstellung am 28.1., 13 Uhr, im Gartenbau.


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