BILDERBUCH

Kultur | aus FALTER 04/07 vom 24.01.2007

Passend zu seiner überbordenden Kunst besteht das neue Werkverzeichnis von Paul McCarthy aus einer Strecke von über 600 Seiten Bildern ohne Beschriftung. Die meisten der Fotos von 1966 bis 2006 dokumentieren die ekelerregenden Performances des kalifornischen Künstlers, der die Wiener Aktionisten zu seinen wichtigsten Einflüssen zählt, auch wenn er Ketchup und Mayonnaise anstatt Blut verwendet. Mit Masken und Requisiten subvertiert der Künstler amerikanische Massenkultur und deckt deren abgründige Seiten auf. Mal tritt McCarthy als degoutanter Santa Claus auf, mal als Figur aus einem Militärcomic. Die Fotos veranschaulichen auch das stark räumliche Denken des Künstlers, der sich seine eigenen Settings baut und seine Aktionen im Vorhinein genau durchplant.

Magnus Petersens (Hg.): Paul McCarthy - Head Shop. 2006 (Hatje Cantz). 688 S. Euro 43,20 / N. S.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige