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Kultur | B. Hagen / C. Fastner | aus FALTER 04/07 vom 24.01.2007

Der argentinische Autor Rafael Spregelburd hat mit "Die Dummheit" ein Stück über die vierte der sieben Todsünden ("avaritia" = Habgier) geschrieben, und er bezieht sich dabei auf Hieronymus Bosch, der in seiner gemalten pessimistischen Vision des Jüngsten Gerichts fast die gesamte Menschheit zu einer ewigen Folge von gefinkelten Foltermethoden in Ahndung der begangenen Untaten verurteilte. Spregelburds Höllentreiben ist in Las Vegas angesiedelt, wo Reichtum besonders nah zu sein scheint. Die österreichische Erstaufführung findet derzeit im Kosmos Theater (bis 3.2.) statt. Die Träume und Ängste der Protagonisten sind allesamt wie auf eine leere Leinwand gebannt, um deren wahnwitzigen Verkauf es unter anderem auch geht. Das Tempo der Handlung würde eigentlich ein Road Movie verlangen, kommt aber auch in den rasanten Rollen-und Kostümwechseln gut rüber. Vor allem bis zur Pause fesselt und amüsiert das heftige Treiben auf der Bühne - manchmal sogar an zwei Schauplätzen nebeneinander.


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