TIER DER WOCHE

Tatsächlich

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 04/07 vom 24.01.2007

Wie entsteht eigentlich eine wissenschaftliche Tatsache? Indem man etwas studiert und dann publiziert, möchte man da vielleicht vorschnell antworten. Aber was erforscht wird und welche Erkenntnisse aus den spröden Fakten erkannt werden, das unterliegt offenbar eigenen Gesetzmäßigkeiten. So war zum Beispiel die Immunschwächekrankheit Aids noch vor 25 Jahren ein nur unter Homosexuellen übertragbarer Infekt, und das Ozonloch wurde als Messfehler einfach nicht zur Kenntnis genommen. Der Mediziner Ludwik Fleck dachte als einer der Ersten über solche Grundlagen der Wissenschaftstheorie nach und erkannte, dass eine wissenschaftliche Tatsache viel mehr das Ergebnis der wirkenden Denkkollektive und des aktuellen Denkstils wäre und nicht so sehr ein gegebenes Faktum, welches auf seine Erforschung warte.

Dank der aktuellen Wetterlage rückt nun das Thema "weltweiter Temperaturanstieg" (das wir hier nicht so hässlich "Klimakatastrophe" nennen wollen) ins öffentliche Bewusstsein. Lange Zeit


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