Spielplan

Hermann Götz | Steiermark Kultur | aus FALTER 05/07 vom 31.01.2007

So oder so. Keinem Theater ist zu wünschen, dass die zweite Vorstellung gerade einmal zehn Leute sehen. Im Fall der neuen Theater im Keller-Produktion mag das daran liegen, dass hier kein Schwein den bulgarischen Ausnahmeautor Georgi Gospodinov kennt, da kann er noch so feine Texte schreiben. Das ist der Haken an so einer deutschsprachigen Erstaufführung. Und im Fall von "D. J." kommt erschwerend hinzu, dass sich in zwei Sätzen kaum sagen lässt, worum es Gospodinov geht. "D. J." steht hier nämlich nicht für den Gentleman am Plattenteller, sondern für Don Juan. Der alte Frauenheld ist der Fluchtpunkt des Stücks, Projektionsfläche aller Sehnsüchte, um die es sich dreht.

Das Drama ist in einer unbestimmten Zukunft angesiedelt, in einer Diktatur verordneten Gesundheitswahns - die ganze Welt eine lasterfreie Nichtraucherzone. Dieser sehr aktuellen Utopie hält Gospodinov eine kleine Keller-Gesellschaft entgegen, die sich als Widerstandsnest an drei verbotene Leidenschaften erinnert:

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