Kunst Kurz

Was ist ein Bild?

Steiermark Kultur | Ulrich Tragatschnig | aus FALTER 05/07 vom 31.01.2007

Was ein Bild ist, geht über seine materiellen Einzelbestandteile hinaus. Das ist hinreichend banal, bedarf nach allen modernistischen Exkursen keines weiteren experimentellen Nachweises, möchte man meinen. Joseph Marsteurer macht sich in der Minoriten Galerie dennoch daran (bis 14.2.), entwirft mit wenigen Strichen einen kargen, wiewohl ansatzweise perspektivisch lesbaren Bildraum, der als Versuchsanordnung funktioniert, mit Stoffflecken aus der Wühlkiste nach Belieben behängt werden kann. Oder es wird die Tragfläche des Bildes schräg in den Raum montiert, und das zum bildräumlichen Schweben bestimmte Farbmaterial steht in Form aufgerollter Acryllackbahnen, fein säuberlich in Kartons abgepackt, zur feinsinnigen Verteilung parat. So darf die Faktizität des nach strengsten Regeln katalogisierten Stofflichen ex negativo für eine Metaphysik des Bildes sprechen. Die Frage, was am Ende des didaktisch aufbereiteten Prozesses dann ein gutes Bild ist, wird sich erübrigen. Man will ja


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