Rot ist die Liebe

Politik | Gerald John | aus FALTER 05/07 vom 31.01.2007

PARTNERWAHL Du, glückliches Österreich, heirate: In der Politik tummeln sich viele Pärchen, mit Trauschein oder in wilder Ehe. Fördert eine standesgemäße Beziehung die Karriere? Und warum gibt's gerade in der SPÖ so viele Liebesgeschichten?

Sie haben miteinander verhandelt, koaliert, gepackelt, und das über Jahrzehnte. Doch eine Hochzeit zwischen einer Roten und einem Schwarzen? Das ging dann doch zu weit. Er, der ÖVP-Gemeinderat Josef Fröhlich, musste seine politische Laufbahn beenden. Sie, die SPÖ-Vizebürgermeisterin Gertrude Sandner, war Thema im Parteivorstand. Die Genossin müsse wenigstens ihren Mädchennamen behalten, beschlossen die Granden.

"Wir waren die Bahnbrecher", erzählt die heute achtzigjährige Fröhlich-Sandner, die trotz der nicht standesgemäßen Heirat anno 1971 noch Familienministerin wurde. Seither nähren Volksvertreter immer wieder den Verdacht, das Politikerdasein bestehe nicht bloß aus öden Sitzungen. Manche leben ihre Liebe über alle Konfessionsgrenzen


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