FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 05/07 vom 31.01.2007

Alle Achtung, ein elegantes Täuschungsmanöver! Die gewitzten Unterhaltungsmenschen haben im "Starmania"-Finale das herzige, zweifellos begabte, 16-jährige Tiroler Plüschtierauge Nadine gewinnen lassen, obwohl der Markt ja eine Christl Stürmer in Bub verlangt. Die Showplaner wissen nämlich, dass es völlig wurscht ist, wer Erster wird - die Karriere macht sowieso der zweitplatzierte Kandidat wie schon Stürmer: Diesmal heißt Christl halt Tom und ist ein recht glamouröser Vorzeigeschwuler, der so beruhigend asexuell auf 12-jährige Mädels wirkt. Er wird jetzt als knapper Verlierer inszeniert, der es dann doch, Überraschung!, ganz nach oben schafft, zur Popmaus mit Hits im Werbefernsehen. Hoffentlich macht wenigstens Nadine was Gscheites aus ihrem Leben, wenn ihre "Karriere" in einem Jahr sanft verröchelt ist, Tierärztin oder Eurofighter-Pilotin sind ja auch schöne Berufe. Der ORF schließt eine 4. Staffel der jenseitigen Teeniequälshow jedenfalls noch nicht aus. So viel zum Thema mehr Qualität und super Anspruch im rundumerneuerten Rundfunk.


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