Kommentar

Wiener Theater: Ich fühl mich so leer

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 05/07 vom 31.01.2007

Seit einem Jahr wird das Theater an der Wien wieder als Oper geführt. Das neben Staats-und Volksoper dritte Wiener Opernhaus wird von der Stadt finanziert und im sogenannten Stagionesystem bespielt. Das heißt: Das Programm wechselt nicht, wie im Repertoirebetrieb, täglich, sondern die Produktionen werden en suite gespielt. Der große Vorteil des Stagionesystems besteht darin, dass alle Vorstellungen einer Inszenierung in derselben Besetzung und also auf möglichst gleichem Niveau gezeigt werden können. Der Nachteil: Es wird insgesamt viel seltener gespielt. Im ganzen Jahr 2007 wird im Theater an der Wien nur 65-mal der Vorhang hochgehen.

Umso kurioser erscheint die Nachricht, dass die derzeit laufende Produktion vor nur zu zwei Dritteln gefülltem Haus läuft. Dabei steht nicht etwa ein sperriges zeitgenössisches Werk auf dem Spielplan, sondern Mozarts "Idomeneo" mit Startenor Michael Schade in der Titelpartie. Der Zuschauereinbruch ist Wasser auf die Mühlen der Stagione-kritiker,


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