Kaputte Körper

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 05/07 vom 31.01.2007

FILM Auf der Leinwand herrscht eine neue Lust an der Verwundbarkeit des Körpers: Horrorfilme wie "Saw III" oder "Taxidermia" sezieren das Individuum - und entdecken den grotesken Leib.

Es ist manchmal ein Fehler, auf unbekannten Wiesen rückwärtszugehen. Knapp unter dem Knie gräbt sich dem Mann eine Bärenfalle ins Bein. Ein überdimensionales, rostiges Gebiss, an dem bald schon wohlmeinende Freunde zerren. Das Gerät entgleitet, erneut schnappt es knirschend in den Knochen. Und fast schon ist beim nächsten Versuch der Verletzte frei, da federt das Eisen mit voller Wucht zurück und trennt den Fuß vom zappelnden Körper.

Diese langsam und rein mechanisch gesteuerte Dramaturgie des Schmerzes ist der Höhepunkt eines britischen Films, der, wahrscheinlich zu Ehren besagter Szene, "Severance" - der Bruch, die Trennung - heißt. "Severance" ist eine gar nicht mal üble Slasherkomödie, und tatsächlich ist der Vorgang ebenso ekelhaft wie komisch; wie bei der Multiplikation negativer Zahlen


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