Ein Bruderzwist in Irland

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 05/07 vom 31.01.2007

FILM Ken Loachs Guerilla-Thesendrama "The Wind That Shakes the Barley" beeindruckt vor allem als Gruppenporträt unter Extrembedingungen.

Es beginnt als Spiel: Ein Dutzend junger Männer jagt, eifrig verfolgt von der Kamera, mit Holzschlägern einem Ball nach. Aus den nahen und halbnahen Einstellungen vom Rennen, Schlagen und Fallen lassen sich kaum einzelne Figuren herauslesen, schon gar nicht ein Überblick über den Verlauf dieser Partie Hurling (eine Art irisches Landhockey) gewinnen. Was von der Eröffnungsszene im Kopf bleibt, ist eher ein dichtes Mosaik aus Ausrufen, Gesten, Handgriffen: die Gruppe als Organismus. Mit demselben genauen Auge für flüchtige Interaktionen wird Ken Loach die Burschen später beobachten, wenn sie in der irischen Hügellandschaft britischen Truppen auflauern: als bewaffnete IRA-Partisanen.

Seltsam, aber wahr: Die nüchternen, sparsamen Miniaturen, in denen dieser Film von Gewalt und Gegengewalt zwischen britischem Militär und irischer Guerilla anno 1920

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