KUNST KURZ

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 05/07 vom 31.01.2007

Über den Boden ziehen Rechtecke und Streifen aus Licht, die einander ab-und auflösen, überlagern und überschneiden. Die projizierte Computeranimation von Manuel Knapp sorgt im Kunstraum dreizehnzwei für eine kontemplative Abfolge von Linien und Streifen. Ein Fenster wird hier zu Füßen geöffnet, ein Guckloch auf einen technoiden Raum im Raum, der durch Störeffekte und Unregelmäßigkeiten fesselt. In seinen Gemälden setzt Knapp die abstrakte Sprache der Überlagerung und Schichtung fort, allerdings noch radikaler vereinfacht. "Reduce to the Maximum" (bis 10.2.) nennt sich eine weitere Folge der feinen, medienreflexiven Ausstellungen, mit denen dreizehnzwei-Betreiber David Komary regelmäßig zwei Künstlerpositionen gegenüberstellt. Gegen Knapps strenge Schwarz-Weiß-Kompositionen wirken die Installationen von Luisa Kasalicky schon fast verspielt. Auch Kasalicky hat es mit Schichtungen. Bei "Türimitat" hängt die 1974 geborene Künstlerin eine Platte in eine Ecke, aus der wiederum Baustoffe wie Dämmmaterial, Fliesen oder Laminat wachsen und das Umfeld in Beschlag nehmen. Es ist gar nicht so leicht zu erkennen, was hier womit verzahnt ist. Bei der Orientierung hilft die malerisch eingesetzte Farbe. Die Modelle von Zaha Hadid kommen einem in den Sinn, auch wenn Kasalickys Dekonstruktivismus unprätentiös auf Do-it-yourself macht.

Für eine Reduktion der Objektwelt holt sich auch Fritz Panzer sein Material aus dem Baumarkt. Die Drahtplastiken des Künstlers, Jahrgang 1945, haben auch in seiner zweiten Ausstellung bei Krobath Wimmer (bis 3.3.) nicht an Reiz verloren. Diese Skulpturen sehen wie ins Räumliche transportierte Zeichnungen aus. Panzer hält die Dinge in ihren Konturen fest, löst ihre Gestalt jedoch oft an bestimmten Punkten auf. So etwa eine Rolltreppe, die an der Galeriewand herunterkriecht: Wenn sich ihre erkennbare Form langsam in Fäden verliert, haben wir unversehens ein bedrohlich zerborstenes Vehikel vor uns.


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