Der nackte Espresso


Florian Holzer
Stadtleben | aus FALTER 05/07 vom 31.01.2007

NEUES LOKAL In der ehemaligen Casanova-Bar neben dem Hawelka trinkt man jetzt Espresso, anstatt auf nackte Hintern zu schauen.

Revuebars scheinen's nicht mehr ganz so leicht zu haben: Die plüschigen Federboanacktbars leiden erstens unter einem imagemäßigen Hautgout sondergleichen, zweitens findet der, der so was sucht, gleichwertiges Entertainment außerhalb der österreichischen Ostgrenze wahrscheinlich billiger, und der, der glaubt, damit ein kulturelles Bedürfnis befriedigen zu müssen, dergleichen in Paris immer noch authentischer. Drittens aber investieren solche, die mit Besuchen in derartigen Etablissements ihre Geschäftspartner zu beeindrucken/beeinflussen trachten, ihr Geld mittlerweile lieber in Restaurantbesuche bei Fabio, Meinl, Novelli, Coburg oder Steirereck - Brunello statt Pommery, angesagte Luxusrestaurants haben da prestigemäßig mittlerweile die Nase ziemlich vorn. Und viertens setzte sich ja vielleicht doch eine gewisse Menschenwürde durch, wer weiß.

Mit dem Effekt

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