Spielplan

Gregor Schenker
Steiermark Kultur, FALTER 06/07 vom 07.02.2007

Für den Typus männlicher Theaterkritiker gibt es keine idealere Identifikationsfläche als Michail Wassiljewitsch Platonow. Der Titelheld des Stücks von Anton Tschechow ist ein Paradebeispiel für einen Provinzkaiser, der sich am liebsten selbst reden hört und aus dem eigentlich viel mehr hätte werden können. Erschütternd meisterhaft ist das ungekürzt sieben Stunden in Anspruch nehmende Erstlingswerk des russischen Arztes und Dichters in seiner psychologischen Sezierkraft.

Das unter "Pan Danubia" firmierende Regieduo Cornelia Crombholz und Sandy Lopicic´ hat den Text für das Grazer Schauspielhaus auf dreieinhalb Stunden gekürzt, was ja auch noch lang genug ist. Bühnenbildner Florian Barth verlegt das Sommernachtsbesäufnis einer gestrandeten Gesellschaft von der Datscha in eine Fertigteilresidenz mit braunen Plastikrollos und Holzvertäfelung, die sich später praktischerweise in Schräglage kippen lässt. In dieser Szenerie sitzt Lopicic´ mit seinen versiert Evergreens des

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