Kunst Kurz

Fang das Licht!

Steiermark Kultur | aus FALTER 06/07 vom 07.02.2007

Mit "Die helle Kammer" hat Roland Barthes versucht, sich über den Tod der Mutter hinwegzuschreiben, hat die Fotografie als Verfahren erklärt, das einem kindlich gemeinten "Das ist sie!" für den Moment ein Stück Verlorenheit nehmen kann. Vor demselben Verlust stehend, arbeitet der walisische Künstler Cerith Wyn Evans, der einst schon mit Derek Jarman gemeinsame Sachen machte, gleichfalls am Licht und dessen Spuren und hat in der Schau "Bubble Peddler" (bis 13. 5.) eine kalt leuchtende Textwand in die Dunkelheit des Kunsthauses gehängt. Nicht aber, um sich damit etwas von der schmerzlich vermissten Frau zurückzuholen, sondern um mit Poesie aufzuzeigen, wie ein vermeintlicher Sinn vom stets bereiten Hintersinn umschlossen ist und also nichts sich selber treu verbleibt, in welchem Medium immer. Wenn Evans mit Texten arbeitet, geht es ihm deshalb mehr um ihr Erscheinen als Neonlicht-Scheinen und damit um das, was wortwörtlich zu nehmen ist, am Einleuchten und an der Dunkelheit dahinter.

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