hundert jahre zeitausgleich

Steiermark Stadtleben | Johannes Schrettle | aus FALTER 06/07 vom 07.02.2007

Der Furz des Meeres

Zeit für gute Vorsätze: endlich wieder ans Meer fahren, aufhören zu rauchen, disziplinierter duschen (weniger Wasser, größere Wirkung), außerdem öfter Klo putzen.

Was wäre aber, wenn der Geruch von sanitären Anlagen dem Duft des rauschenden Meeres gleich wäre? Wo diverse Duftsprays hoffnungslos versagt haben, setzten britische Wissenschaflter nun einen Meilenstein: Das Enzym DMS, das für den betörenden Geruch des Ozeans (Urlaubsstimmung, Sehnsucht etc.) zuständig ist, konnten sie isolieren und versuchsmäßig auf ein Darmbakterium übertragen, wo es weiterhin seine Wirkung entfaltet. Diese besteht übrigens nicht allein im Geruch, sondern auch in der Kühlung der Erde, indem es zur Wolkenbildung beiträgt. Auch Meeresvögel orientieren sich an DMS. Und all das könnte man bald schon seriell auf Darmbakterien haben! Eine konsequente Anwendung wäre für eine Stadt wie Graz hundertmal attraktiver als jedes Musicalfestival, allein fremdenverkehrsmäßig. Dann wären endlich nicht nur die Innenstadt, die Kultur und die Offenheit der Bewohner mediterran, sondern auch die Gase aus den Grazer Därmen. Zugvögel würden sich auf der Murinsel niederlassen und die Grazer Männer müssten sich nicht unter die Dusche stellen, um an Urlaub zu denken. Das tun sie nämlich laut Statistik, während Frauen vorwiegend an Familie, ihr Gewicht oder den Arbeitsplatz denken.


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