Badeschluss

Politik | Matthias G. Bernold | aus FALTER 06/07 vom 07.02.2007

SAISONARBEIT Weil sie gekifft haben sollen, wurden Wiener Bademeister - ohne Untersuchung und ohne Beweise - vor die Tür gesetzt.

Bademeister Roman Moldaschl versteht die Welt nicht mehr. Seit 21 Jahren schiebt er Dienst am Beckenrand. Als Saisonarbeiter lief sein Vertrag jeden Herbst aus, um im Frühling aufs Neue geschlossen zu werden. Heuer war das für ihn und acht Kollegen anders: "Obwohl mir im Herbst versichert worden ist, dass ich wieder arbeiten kann, habe ich keine Zusage erhalten. Im Personalbüro heißt es, es gibt Beschwerden, dass in der Dienstzeit gekifft worden ist."

Herr Moldaschl ist einer von 129 Bassinaufsehern, die zwischen März und Oktober in den Freibädern der Gemeinde Wien ihren Dienst verrichten. Im Winter sind sie arbeitslos gemeldet oder verrichteten Gelegenheitsjobs. Nicht nur, dass die Wiedereinstellung vom Gutdünken der MA 44 (Wiener Bäder) abhängig ist. Die Saisonarbeiter haben keinen kollektivvertraglichen Schutz und durchlaufen jedes Jahr aufs Neue einen


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