Kommentar

Affäre Odeon: Der Preis ist heiß


Wolfgang Kralicek

Kultur, FALTER 06/07 vom 07.02.2007

Was haben Barbara Albert und Harald Sicheritz, André Heller und Paulus Manker, Elfriede Jelinek und Stermann & Grissemann gemeinsam? Sie alle machen sich Sorgen um das Serapions Theater. Neben vielen anderen Prominenten aus der Kulturszene haben sie einen offenen Brief an Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny unterzeichnet, in dem dieser aufgefordert wird, "umgehend die weitere Existenz des künstlerisch so wertvollen und profilierten Serapions Theaters zu sichern".

Das klingt dramatisch. Ist das von Erwin Piplits und Ulrike Kaufmann gegründete und seit 1988 im Odeon ansässige Serapions Theater tatsächlich in seiner Existenz bedroht? Jein. Zwar läuft der Fördervertrag des Theaters mit der Stadt Wien im Sommer aus. Aber sollte der (eher unwahrscheinliche) Fall eintreten, dass er nicht verlängert wird, dann wäre Erwin Piplits schon selbst daran schuld. Die Verhandlungen mit dem Kulturamt spießen sich seit geraumer Zeit an der stolzen Summe von rund 725.000 Euro, die Piplits dem Verein

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