Aufbruch im Knusperhaus

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 06/07 vom 07.02.2007

KUNSTGESCHICHTE Eine Ausstellung in der Albertina entdeckt im Biedermeier die Anfänge des modernen Funktionalismus. Ist der behagliche Eskapismus einer Epoche bloß ein Klischee? Oder geht die These vom Biedermeier als Ursprung reduktionistischen Designs zu weit?

Ginge es nach dem Wiener Kabarettisten Thomas Maurer, gäbe es nicht ein, sondern mehrere Biedermeier. Das letzte hat eben erst begonnen. In seinem neuen Programm "Menschenfreund", dessen Titel sich auf das Stück "Der Alpenkönig und der Menschenfeind" des Vormärz-Dichters Ferdinand Raimund bezieht, macht sich Maurer über Rückzugstendenzen im linksliberalen Milieu lustig. War man zu Beginn des 19. Jahrhunderts vor der Dampfwalze der Industrialisierung in den lauschigen Innenhof geflüchtet, so erwecke heute die ökonomische Globalisierung vergleichbare Sehnsüchte nach dem trauten Heim. Das Neobiedermeier resultiere, so der Kabarettist, aus einer "Spittelbergisierung des alternativen Lagers".

Das Spittelberg-Grätzl in dem von


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