STREIFENWEISE

Kultur | D. Robnik / J. Schätz | aus FALTER 06/07 vom 07.02.2007

Mit sechzig ist man alt genug für einen Nachnamen. Der Italoprolo, der 1976 unter dem Vornamensfilmtitel "Rocky" und bis 1990 mit den Titelzusätzen "I-V" boxte, heißt nun "Rocky Balboa", im neuen Film von, mit und über Sylvester Stallone. Einst vermöbelte die Ikone eines bodenhaftungsnostalgischen White America innere und äußere Systemgegner: allzu kecke Exponenten von Blackness und Ostblock. Jetzt erteilt ein verquollenes Nuscheln mit Hut Lehren: dem Filius, der sich für ihn schämt, der Alleinerzieherin Ende vierzig, die er "Little Marie" nennt, weil er das immer schon getan hat, dem schwarzen Jungboxstar, dem der Balboa im grotesken Retrofight zeigt, was Schmerz ist. Wie 1976 verliert er nach Punkten und bleibt moralischer Sieger. Rinderhälftensparring, Eidottersaufen, Triumphlauf auf Freitreppe (diesmal mit Hund), alles noch da. Statt Tradition regiert hier stures Beharren darauf, dass immer noch was geht. Ein Schlüsselfilm zur Debatte um soziale Überalterung und hyperaktive


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