Ein Park liegt in Tokio

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 06/07 vom 07.02.2007

FILM Mit einer Retrospektive zu Mikio Naruse (1905-1969) würdigt das Filmmuseum den großen Unbekannten des japanischen Kinos.

Von den großen Regisseuren des japanischen Kinos, die auch im Westen als "Klassiker" gelten, ist Mikio Naruse der am wenigsten Bekannte. Gemeinsam mit Kenji Mizoguchi gilt er als ausgesprochener "Frauenregisseur", ohne allerdings an dessen Ruf als großer Stilist heranzureichen; mit dem um zwei Jahre älteren Yasujiro Ozu teilt er das Interesse am alltäglichen Arbeits-und Familienleben, ohne sich eine vergleichbare Reputation als enigmatischer, weil unglaublich "japanischer" Ästhet zu erwerben; und im Unterschied zu Akira Kurosawa kommen Naruses insgesamt 89 (!) Kinofilme nicht nur ohne Schwertkämpfe, Samurais und Shakespeare, sondern so gut wie überhaupt ohne historische Stoffe aus.

Naruse, der den Existenzkampf am Rande zu Armut und Verelendung, von dem viele seiner Filme handeln, aus eigener Anschauung kannte - als er 15 war, starb sein Vater, kurz darauf


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