Alle Lieder sind wahr

Vielleicht lässt die flüchtige Stimmung, die dieser wunderbar leichte Film atmet, sich am besten mit den Worten eines der Chansons beschreiben: "Le ciel ne manquait pas de charme, mais je préfère les plaisirs, les joies, les larmes de notre terre" - "Der Himmel hat seinen Reiz, ich aber ziehe die Freuden und Tränen unserer Erde vor." Q

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 06/07 vom 07.02.2007

FILM "Chanson d'amour" ist ein wunderbar leichter Film von Xavier Giannoli, in dem Gérard Depardieu ganz neue Töne anschlägt.

Wer liebt, sagt Alain einmal, der liebt den Kitsch. Und der alte Schwerenöter weiß genau, wovon er spricht. Alain Moreau gehört der aussterbenden Spezies des Chanteur de bal an. Zusammen mit seiner kleinen Band tingelt er durch die Ballsäle und Discos der französischen Provinz. Zwischen den kuscheligen Chansons, mit denen er sein Publikum zu einem Tänzchen und einem Gläschen Sekt animieren soll, werden Tombolapreise vergeben: Krimskrams aller Art, doch Alain ist Profi; nichts von all dem vermag ihn zu erschüttern.

"Quand j'étais chanteur" (deutsch etwa "Als ich einmal Sänger war"), ein Film von Xavier Giannoli, heißt bei uns "Chanson d'amour" und erzählt eine missglückte Liebesgeschichte. Alain verschaut sich in die bedeutend jüngere Marion, und sie schlafen einmal miteinander. Ihre gemeinsam verbrachte Nacht steht - eine schlaue Umkehrung der üblichen


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