Unter Staren

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 06/07 vom 07.02.2007

LITERATUR Sabine Gruber verknüpft in ihrem Roman "Über Nacht" souverän die Schicksalsfäden zweier Frauen.

Wer je einen Schwarm mit Staren beobachtet hat, weiß, dass das auch ein optisch beeindruckendes Ereignis ist; Hunderte, ja, Tausende Einzelwesen scheinen so etwas wie einen Metaorganismus zu bilden, der seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt: "In manchen Augenblicken sahen die dunklen Formen wie ovale Flugobjekte aus, dann änderten sie sich wieder, teilten sich oder rissen auseinander."

In Sabine Grubers jüngstem Roman "Über Nacht" sind die Stare schon am Cover zu sehen, sie schwirren zu Beginn des ersten Kapitels über den Himmel und tauchen - nach einigen Zwischenauftritten - auch im vorletzten Kapitel wieder auf. "Keiner der Stare", so erfahren wir einmal aus dem Mund von Herrn Mancini, "will am Rand bleiben. Wegen der Habichte, die ihnen nachstellen." Mancini lebt in einem Pflegeheim in Rom, und dass ihm ständig die Zimmernachbarn wegsterben, macht ihn begreiflicherweise


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