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Stadtleben | Jan Tabor | aus FALTER 06/07 vom 07.02.2007

ARCHITEKTUR Alle reden vom Kohlmarkt als neuer "Luxusmeile" Wiens. Alle schauen in die Shops und bestaunen die Produkte teurer Markenlabels. Der "Falter" wirft nun einen Blick auf die Ästhetik der Geschäfte und entdeckt: Die schönen neuen Flagshipstores gleichen Beerdigungsunternehmen.

Es wird ernst am Kohlmarkt. Eine dunkle, strenge Eleganz drängt von unten, vom Graben, herein. Eine eigenartig luxuriöse Schwermütigkeit breitet sich in der kurzen und schmalen und gegen das Michaelertor der Hofburg leicht, aber ungemein effektvoll ansteigenden Straße aus und verdrängt die hier vor kurzem noch vorzufindende Heiterkeit. Es ist vorbei mit dem Wiener Volksglamour am Kohlmarkt. Ein Hauch von Trauer zieht ein. Dass Geld nicht wirklich glücklich macht, sieht man. Ein internationaler Flagshipstore nach dem anderen dockt sich hier neuerdings an. Trotz der neue Buntheit versprechenden angloamerikanischen Bezeichnung laden diese Schiffe hier nur globalisierende Eintönigkeit ab. Je zahlreicher


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