Eine Machtfrage

Vorwort | Nina Horaczek | aus FALTER 07/07 vom 14.02.2007

KOMMENTAR Ein Erfolg im Kampf gegen die international organisierte Kinderpornografie beseitigt nicht das grundlegende Problem.

Jetzt hat es wieder wen erwischt. Viel haben die Männer allerdings nicht zu befürchten - sie haben schließlich keine Bank überfallen. Vergangene Woche gelang es der Polizei, einen internationalen Kinderpornoring zu zerschlagen. Mehr als 2300 Verdächtige aus 77 Ländern wurden ausgeforscht. Das ist ein toller Erfolg. Wird aber nicht viel ändern. Zumindest die 23 österreichischen Verdächtigen, die bei dieser Großrazzia ins Netz gingen, werden das Problem ziemlich sicher mit Geld lösen können. Im Jahr 2005 wurden nur acht Kinderpornokonsumenten zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, 122 andere kamen mit einer Geldstrafe davon. Sogar wer ein Kind über Jahre hindurch vergewaltigt, wandert - wenn er unbescholten und geständig ist - für durchschnittlich etwa zwei Jahre ins Gefängnis. Wer eine Bank ausraubt, muss mit einem viermal so hohen Strafausmaß rechnen.


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