Marterbauers Buch

Den Nerv getroffen

Politik | aus FALTER 07/07 vom 14.02.2007

Seit etlichen Jahren greift Markus Marterbauer im Falter regelmäßig aktuelle Themen der Wirtschafts-und Finanzpolitik auf. Die vielen Reaktionen zeigen dem Wirtschaftsforscher, dass er mit seinen Kommentaren einen Nerv trifft: Die Frage, ob der Wohlstand hierzulande fair verteilt wird, beschäftigt offenbar mehr Leute, als manchen Politikern lieb ist. Nun stillt der Autor das Bedürfnis nach Informationen und Argumenten. In einem detailreichen Buch deckt Marterbauer nicht nur Ungerechtigkeiten in der österreichischen Gesellschaft auf und schlägt realistische Alternativen vor - etwa in einem Kapitel über das vielzitierte Vorbildland Schweden. Er zerpflückt auch gängige Mythen, die vom Parlament bis zum Stammtisch nachgebetet werden: Marterbauer hält den Sozialstaat keineswegs für unfinanzierbar, die Lohnkosten nicht für überzogen und Steuersenkungen für kein Allheilmittel. Und vor allem glaubt der überzeugte Keynesianer daran, dass ein starker Staat die Verhältnisse mit kluger Politik zum Besseren wenden könne. So gesehen ein optimistisches Buch, aus dem der Falter hiermit einen Vorabdruck bringt.

G. J.

Markus Marterbauer: Wem gehört der Wohlstand? Perspektiven für eine neue österreichische Wirtschaftspolitik.

Wien 2007 (Zsolnay). 303 S., E 24,20


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