Streifenweise

Kultur | M. Mckechneay / D. Robnik | aus FALTER 07/07 vom 14.02.2007

Dein sogenanntes Studium hat 200.000 Mark gekostet. Und dann lernst du einen Marcel kennen und machst mit ihm zwei Kinder." Hätte Thomas Bernhard Fernsehspiele geschrieben, sie könnten beginnen wie die "Winterreise": Joseph Bierbichler spielt den Franz Brenninger, Kunstschlosser Ende fünfzig, dessen Betrieb in der Ära Baumarkt vor dem Ruin steht. Brenninger will nicht verstehen. Er brüllt die Tochter an und steht bei nächtlichem Frost nackt am Fenster, während Schuberts "Winterreise" durch die Boxen dröhnt. Bierbichler als "Gespenst der Nutzlosigkeit", ein Stück alter Arbeit im globalisierten Wasserburg am Inn: Regisseur und Drehbuchautor Hans Steinbichler kennt das Milieu und weiß, wovon er schreibt. Hier und nur hier bleibt er plastisch, humorvoll und präzise. Sobald eine forcierte Wendung den Brenninger samt attraktivem Sidekick (Sibel Kekilli) nach Kenia schickt, pendelt der bis dahin geerdete Film savannensonnentrunken Richtung Esoterik und Sozialkitsch. Schade eigentlich,


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