Sie nannten ihn Boemo

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 07/07 vom 14.02.2007

MUSIK Mit seinem Album "Il divino boemo" erinnert das Concerto Köln an die mitreißende Musik und an das abenteuerliche Leben des Mozartfreundes Josef MyslivecÇek.

Der Schreck saß Wolfgang Mozart tief in den Knochen. Nach Jahren hatte er einen alten Freund aus Kindertagen wieder getroffen, doch noch größer als die Freude darüber schien sein Entsetzen gewesen zu sein, Josef MyslivecÇek von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen - einem Mann, der nicht nur unter einer entstellenden Gesichtslähmung litt, sondern dem, im hilflosen Versuch, seine Syphiliserkrankung zu heilen, die ganze Nase weggebrannt worden war. Noch am Tag danach habe Mozart "schier nichts essen, und nur 3 stund schlaffen können. ich war den tag wie ein mensch der seine vernunft verlohren hat."

Die Begegnung fand im Oktober 1777 im Garten des Münchner Herzogspitals statt; auf MyslivecÇeks Zimmer zu gehen, hatte Mozart wegen des beißenden Gestanks verweigert. Erst sieben Jahre zuvor hatten sich die beiden Komponisten


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