Augen auf! Ohren auf!

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 07/07 vom 14.02.2007

LITERATUR Peter Handkes Vorwintergeschichte "Kali": ein Peter-Handke-Buch wie nur je eines.

Manchmal glaube ich, Peter Handke zu verstehen. Zum Beispiel mag ich Mountainbiker auch nicht. Ich wäre zwar nicht draufgekommen, "das Aufheulen mehrerer Moutainbike-Bremsen in einem stillen Wald" zu den "beleidigendsten Geräuschen der Gegenwart" zu zählen (Alternativvorschlag: die rollsplitgespickten Getränkekistenstapel, die über den Supermarktboden geschleift werden), aber Mountainbiker mit Knüppeln durchzuwalken, halte ich für einen naheliegenden und sehr brauchbaren Vorschlag ("In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus").

In "Kali", Handkes jüngstem und - grausame Rache der Medienwelt an einem Dichter, der störrisch gegen deren Aktualitätsauffassung opponiert - innert einer knappen Woche flächendeckend abrezensiertem Buch, tritt eine Frau in einer dunklen Nacht aus einer nicht so stillen Konzerthalle. Dort hat sie gesungen, unsereins würde sie also eventuell als Sängerin


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige