Aufgeblättert

Kultur | Oliver Hochadel | aus FALTER 07/07 vom 14.02.2007

Ausgerechnet im 18. Jahrhundert, dem Zeitalter der Vernunft, haben die Scharlatane und Betrüger Hochzeit. Wo Licht fällt, da auch Schatten. Mit drei Porträts versucht Joachim Kalka die "Phantome der Aufklärung" zu fassen. Johann Beßler macht dem Landgrafen von Hessen-Kassel weis, er habe ein Perpetuum mobile konstruiert - die kurbelnde Magd im Nebenzimmer hält die Maschine monatelang am Laufen. Johann Georg Schrepfer lässt in seinem Leipziger Gasthaus die Geister Verstorbener erscheinen - eine verborgene Laterna magica projiziert gruselige Bilder auf Rauch. Und der berühmteste von allen, der Graf Cagliostro, bezirzt halb Europa mit seinen Versprechungen von Lebenselixieren und altägyptischen Weisheiten. Nur bitte nicht herabblicken auf die leichtgläubigen Opfer, die sich selbst verführen. Für Kalka steht unsere Gegenwart in ihrer Fähigkeit, das Wünschbare mit dem Möglichen zu verwechseln, ewige Jugend zum Beispiel, dem 18. Jahrhundert in nichts nach. Menschliche Dummheit


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