Schon gefrühstückt?

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 07/07 vom 14.02.2007

KAFFEEHAUS Diese Woche sperrt das Café Drechsler wieder auf. Rundum erneuert, mit hohem Anspruch und erstaunlichen Öffnungszeiten.

Kaffeehäuser haben eine Seele. Die einen mehr, die anderen weniger. Das Café Drechsler am Naschmarkt war immer eine Seele von einem Kaffeehaus. Was wohl auch daran lag, dass die Gäste, die es hier in der Früh von der Wienzeile hereinspülte, meist schon einen in der Krone hatten. Zum anderen lag es aber auch daran, dass an dem 1919 eröffneten Kaffeehaus seit ungefähr 1919 nichts verändert worden war. In so vielen Jahren kann sich eine Menge ansammeln. Natürlich war auch Engelbert Drechsler wichtig, der Patron, der das Lokal in der dritten Generation führte. Engelbert III. war das Drechsler. Dachten wir zumindest immer.

Dann ging Herr Drechsler in Pension, sein Kaffeehaus bekam neue Besitzer, war fast ein Jahr lang zu, wurde umgebaut und sperrt diese Woche wieder auf. Und siehe da, die Seele ist noch immer da, selbst wenn Herr Drechsler nicht mehr täglich


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