hundert jahre zeitausgleich

Stadtleben | Johannes Schrettle | aus FALTER 08/07 vom 21.02.2007

Schwein, Sonne, Wind

Es gibt wahrlich gute Gründe, freudig in die Zukunft zu blicken: In Graz hat diesen Montag der Club zur entspannenden Verzögerung der Zeit seine Pforten geöffnet, die Energieregion Oststeiermark leuchtet als europaweites Beispiel für erneuerbare Energie, und für die Chinesen in und unter uns hat das Jahr des Schweins begonnen. Diesmal kommt das Tier auch noch in Kombination mit dem Element Feuer daher, was Glück, Wohlstand und deshalb auch Geburtenboom verspricht. Weil der österreichische Kalender weder Schwein noch Feuer kennt und deshalb nichts zur Bevölkerungsentwicklung beitragen kann, hat man hier das "internationale heliophysikalische Jahr" ausgerufen. Erstens, weil es Zeit wird, die Arbeit der Sonne endlich zu würdigen, zweitens, weil Graz hier prominent vertreten ist und das Institut für Weltraumforschung Wesentliches zur Beobachtung des Sonnenwindes leistet, der normalerweise 300 bis 500 Kilometer pro Sekunde macht. Die hiesigen Wissenschaftler denken jedenfalls nicht daran, sich zu entspannen, was zu einer Krisensitzung an der Grazer Uni führte, die ihren Professoren dringenden Urlaubsverbrauch ans Herz legte. Aber wie geht Urlaub? Zum Beispiel: in einer weichen Wolke aus Schwachsinn eine Woche vorm Fernseher verbringen und Tunnelblick entwickeln. Hier ist doch noch eine schlechte Nachricht angebracht: Der Erfinder der Fernbedienung, Robert Adler, ist letzte Woche in Oregon verstorben. Wir verdanken ihm viel.


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