Forever RAF

Vorwort | Robert Misik | aus FALTER 08/07 vom 21.02.2007

KOMMENTAR Die Freilassung Brigitte Mohnhaupts zeigt, dass sich der Rechtsstaat nicht vom Mythos rund um die RAF beeindrucken lässt.

37 Jahre ist es her, seit der erste Schuss der Roten Armee Fraktion abgegeben wurde. Andreas Baader würde, lebte er noch, demnächst 64 Jahre alt, die Meinhof wäre vor kurzem 72 geworden. Zum Bildermythos, zu dem die RAF geworden ist, gehört auch, dass man sie immer noch mit graustichigen Fotos von Dreißigjährigen verbindet, mit der Unbedingtheit der Jugend, mit Szenen, die nach französischen Nouvelle-Vague-Filmen aussehen. Ein Standard ist, dass die RAF als Geschichte von zwei, höchstens drei zentralen, exzentrischen Figuren erzählt wird - Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin -, die im Generationenlauf ein paar Dutzend andere um sich scharten oder inspirierten, andere, die aber eigentlich der Anonymität bis heute nicht entkamen.

An diesen Klischees stimmt nahezu gar nichts. Wenn Brigitte Mohnhaupt demnächst nach mehr als 24 Jahren Haft freikommt,


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