Standpunkt

Was Kinder kosten

Politik | aus FALTER 08/07 vom 21.02.2007

Die Grünen-Vizechefin Eva Glawischnig hat im aktuellen Woman einen interessanten Vergleich in die Kinderbetreuungsdiskussion eingebracht: "Ich sehe wirklich nicht ein, warum jeder gefahrene Autokilometer oder jede Restaurantrechnung absetzbar ist und die Kosten für Kinderbetreuung nicht", kritisiert die Grüne. Da ist etwas dran. Schließlich verpulvern vor allem Mütter bis zu einem Drittel ihres oft ohnehin niedrigeren Einkommens, damit der Nachwuchs gut betreut ist, während sie im Büro sitzen. Wäre dieser Betrag steuerlich absetzbar, würden mehr Frauen früher in den Beruf zurückkehren und sie wären ökonomisch weniger von ihren Männern abhängig. ÖVP, FPÖ und BZÖ unterstützen den Vorschlag der Grünen, nur die SPÖ legt sich quer. Zuerst müsse der Staat 50.000 neue Kindergartenplätze schaffen, argumentieren die Roten. Das ist zwar ein nobles Vorhaben, wird aber schon seit Jahren versprochen. Ausreichende Kinderbetreuungsplätze sollten längst selbstverständlich sein. Wieso aber müssen Frauen doppelt draufzahlen, nur weil die Politik bis jetzt nicht in der Lage war, diesen Missstand zu beseitigen? Schließlich ist eine adäquate Kinderbetreuung ebenso eine Voraussetzung, um arbeiten zu können, wie das Pendeln vom Wohnort zum Arbeitsplatz. Und solange dieses absetzbar ist, sollte es bei der Kinderbetreuung nicht anders sein. N. H.


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