Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 08/07 vom 21.02.2007

Die Opernballübertragung anschauen und bei Verstand bleiben schafft man ja nur, wenn man sich parallel dazu mit seinen üblichen Verdächtigen via SMS austauscht - so ein ehrliches "Ich muss gleich jemand niederschlagen!" hilft einem, Traumata beim Anblick von Kiesbauer, Haider & Co. zu überwinden. Alkohol als Gegengift zum Operettenstaats-TV funktioniert da leider weniger gut - Elisabeth Gürtler plus Saufen, das macht depressiv. Wieder einmal einziger Lichtblick: Die Hinterzimmer-Kommentatoren Christoph Wagner-Trenkwitz und Karl Hohenlohe, die aus ihrem muffigen Kammerl heraus feinen Witz über die humorbefreite Veranstaltung versprühen - hohe Schule. Dabei schrammen die wohlerzogenen Frechdachse regelmäßig an der Grenze des guten Benehmens dahin, etwa wenn sie launig über Geldsäcke scherzen, die gleich drei Töchterln als Debütantinnen untergebracht haben. Vor ein paar Jahren hielt ich die beiden noch für Stermann und Grissemann auf Ö1-Niveau, nur besser angezogen, rasiert und ohne Bier. Mittlerweile muss ich sagen: Hohenlohe und Trenkwitz, das ist eine eigene Liga.


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