Monteverdis "L'Orfeo"

Die Geburtsstunde der Oper

Kultur | aus FALTER 08/07 vom 21.02.2007

Am 24. Februar 1607 war das kleine Theater der Accademia degli Invaghiti am Hof des Herzogs von Mantua zum Bersten gefüllt. Das Publikum erwartete eine Sensation - und bekam sie auch geliefert. Worauf die Menge so gespannt war, schilderte der Höfling Carlo Magno schon tags zuvor in einem Brief: "Morgen Abend wird Seine Durchlaucht der Herzog ein Schauspiel aufführen lassen, das einzigartig sein soll, da alle Figuren mit Musik sprechen; überall wird ihm ein großer Erfolg vorausgesagt. Selbstverständlich werde ich es mir schon aus reiner Neugier ansehen, es sei denn, ich komme nicht hinein, weil es dort so eng ist."

Ein Schauspiel, in dem alle Figuren mit Musik sprechen: Was der Textdichter Alessandro Striggio (1573-1630) und vor allem der Komponist Claudio Monteverdi (1567-1643) da im Auftrag ihres Herzogs Vincenzo Gonzaga vor genau 400 Jahren boten, war ein spektakuläres Novum. In ihrem Stück "L'Orfeo" - mangels der noch nicht existenten Genrebezeichnung "Oper" als favola in musica


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