"Erziehung zur Anmut"

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 08/07 vom 21.02.2007

THEMA: OPER Eugen Drewermann interpretiert Opern aus tiefenpsychologischer Sicht. Ein Gespräch über das Musiktheater als Vorläufer des Films, über Leidenschaft, Langsamkeit und Ironie.

Die katholische Lehrbefugnis und seine Zulassung zum Priesteramt hat Eugen Drewermann längst verloren. Anfang der Neunzigerjahre wurde der "Kirchenrebell von Paderborn" durch seine Kritik an der römisch-katholischen Amtskirche auch über Deutschland hinaus bekannt. Er zweifelte unter anderem die unbefleckte Empfängnis Mariae und die körperliche Auferstehung Christi an, kritisierte den klerikalen Dogmatismus und lehnte den Zölibat ab. Der Theologe und Psychoanalytiker will die Erkenntnisse beider Disziplinen miteinander verbinden und arbeitet heute in diesem Sinne als Psychotherapeut und Schriftsteller. Er interpretiert aber nicht nur Bibeltexte, sondern widmet sich seit einigen Jahren auch der tiefenpsychologischen Deutung von Märchen und Opern. Anlässlich der Premiere von Carl Maria von Webers

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