Ohren auf!

It might be strings


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 08/07 vom 21.02.2007

Obgleich derzeit historische Referenzaufnahmen die bildungsbeflissenen Haushalte im Wochentakt erreichen, ist die Violine nicht ungefährlich. Wir sagen nur: Ornette Coleman auf der Geige. Oder: Jazz & Strings - alles sehr heikel. Der britische Saxofonist Peter King etwa hat für sich und das Lyric Quartet die fünfsätzige Suite "Janus" (Miles Music) komponiert, und hat damit den sogenannten Third Stream letztendlich um eine weitere Totgeburt bereichert. Denn auch wenn das einsetzende Streichquartett an Béla Bartók erinnert (was ja kein Beinbruch ist) und King mit dem eigenen Quartett recht rasanten Mainstream spielt - in der Kombination kommt dabei eben nicht was eigenständiges Drittes, sondern eins plus das andere bzw. ein schwacher Abklatsch des Sauter-Finegan-Orchestra mit Stan Getz raus.

In allen musikalischen Welten zu Hause ist der klassisch ausgebildete Mark Feldman, der die blöden Platinschallplatten, die er sich als Countrystudiomusiker (mit Johnny Cash, Willie Nelson et al.)

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