Der Zinker


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 08/07 vom 21.02.2007

KUNST Leopold Kessler kämpft gegen Stiefmütterchenbeete, Überwachungskameras und Alarmsirenen. Seine Subversivität besteht aber auch darin, dem Staat hilfreich zur Seite zu stehen.

Er ist ein Pistolero, der selten danebenschießt. Dutzende Einschusslöcher in Wiener Verkehrsschildern gehen auf sein Konto. In seiner aktuellen Ausstellung in der Wiener Secession dokumentiert Leopold Kessler in einem Video diese Schie#ß übungen. Überraschung: Statt eines rauchenden Colts hält der Täter in "Perforation Kal. 10 mm" (2007) eine langstielige Lochzange in der Hand. Der durch eine orangefarbene Warnweste als Straßenarbeiter getarnte Künstler schlendert frühmorgens durch die friedlichste aller Großstädte und wartet, bis Autos vorbeigefahren und Passanten verschwunden sind; dann knipst er. Das klingt nicht - Peng! Peng! - wie im Comic, sondern knirschend wie auf dem Schrottplatz. Eines der Schilder steht direkt vor der Secession. Die Kamera zoomt auf die Fassade des Baudenkmals. Statt

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