Lenz im Schweizer Winter

Maya Mckechneay | Kultur | aus FALTER 08/07 vom 21.02.2007

FILM Der Schweizer Filmemacher Thomas Imbach schickt Büchners "Lenz" aufs Matterhorn und unterläuft die Grenze zwischen Spiel-und Dokumentarfilm.

Thomas Imbachs "Lenz" ist vielleicht der einzige Spielfilm, der je einen Berg als Darsteller würdigte: "Ein Berg - Matterhorn", heißt es lakonisch im Abspann, und das hat seinen Grund. Wenn Imbach den Berg filmt, filmt er ihn in "Großaufnahme": Früh morgens errötend oder schläfrig vom Nebel umspielt, ist der Gipfel dem Gemüt des Titelhelden Lenz (Milan Peschel) ein wechselhaftes Gegenüber. Diese Kommunikation zwischen gefühlter Innen-und wahrgenommener Außenwelt stellt - neben dem Titel - den deutlichsten Bezug auf Georg Büchners Romanfragment "Lenz" dar. Lenz ist hier freilich nicht länger Dichter, sondern ein Filmemacher und von seiner Familie getrennt lebender Vater, der im Schnee der Schweizer Alpen nach Frau und Sohn sucht.

Völlige Einsamkeit wechselt mit familiären Wärmeblitzen, doch Lenzens manisch-depressive Ausbrüche,

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